MayHEM
MayHEM ist ein Teil von HAIP (Hack Act Interact Progress) einer Serie von Projekten, die bei Kiberpipa in Ljubljana im Jahr 2004 ins Leben gerufen wurden. Innerhalb dieser Arbeiten verschwimmen die Grenzen zwischen Kunst und Hackerkultur ständig, so sich auch Anknüpfungspunkte für unsere längerfristigen Interessen, kulturelle, technologische, wissenschaftliche und andere Quellen zu plündern, bei inhaltlich verwandten Themen wie beispielsweise dem der LinuxWochen 2009 "Art meets Radical Openness" aber auch der Parade bieten.
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Herleitung & Inhaltliche Ausrichtung
Das Akronym MayHEM verweist auf Neubildung, Fortschritt, auf das Agieren, Interagieren und Hacken. Als Wortbildung lehnt sich MayHEM interpretativ an Chaos, einem In- und Durcheinander als auch am Monat Mai an.
Mit MayHEM schaffen wir einen Übergang von chaotischen zu stringenten Veranstaltungsstrukturen, rücken Time‘s Up und externe Events zeitlich und inhaltlich näher aneinander und setzen eigene und fremde Potentiale komprimiert frei.
Angeregt zu dieser Vorgehensweise wurden wir beim Betrachten der Veranstaltungskalender des Frühjahrs 2009. Wir erkannten entlang deren Dichte, dass zusätzliche, eigenständige Kulturveranstaltungen im Stundenplan des Eventdickichts unterzugehen drohten. Kurzum kamen wir zu dem Entschluss unsere Vorhaben mit den Arbeiten anderer Linzer Kulturprotagonistinnen inhaltlich zu verknüpfen. Teils mit, teils ohne Absprache.
Die Vorgehensweise von MayHEM - das Hacken von Fremdveranstaltungen - ist ebenso in der Geschichte des Hackings verortet wie die Verwendung eines rekursiven Akronyms und die Nutzung von Möglichkeiten der technologischen Neubewertung um neue (soziale) Systeme zu etablieren.
Roboterbau, Hacklaboratorien, Installationen, Konzerte, Workshops und Performances sind inhaltliche Gegenstände innerhalb von Crossing Europe, den Linux Wochen, bei servus.at, von Radio FRO, den Aktivitäten der Kunstuniversität, bei Dorkbot und Veranstaltungen der Kulturhauptstadt 2009. Es liegt uns dahingehend also daran ohnehin parallel existierende Interessen inhaltlich mit Partnerninnen zu bündeln und MayHEM in deren Strukturen einzubetten. Wir erwarten uns davon eine sich gegenseitig befruchtende Zusammenarbeit bzw. Chancen aktuelle Entwicklungen und praktische Ergebnisse in völlig neuen Umgebungen zu präsentieren.
MayHEM erstreckt sich über eine Zeitperiode von 12 Tagen (Ende April bis Anfang Mai), wobei die Präsentationsorte quer über die Stadt verteilt sind und die beteiligten Veranstalterinnen unter dem Motto des „Physical Hackings“ in neuen Kontexten in Erscheinung treten. Durch die zeitliche Limitierung rechnen wir mit einer dynamischen Sogwirkung, die eine outputorientierte Attitüde zu Tage fördern und den Humus für weitere Arbeitsprozesse bilden soll. Erklärtes Ziel dabei ist es, ähnliche Inhalte perspektivisch zu drehen, zu kombinieren und aktiv zu verknoten. Der Vorteil dieses Vorgehens: MayHEM hackt unterschiedliche Orte innerhalb des Veranstaltungsdschungels, pflanzt Samen innerhalb einer Reihe von Events, um süsse Früchte auf deren fruchtbaren Böden für sich und ein anwesendes Publikum zu ernten.
MayHEM orientiert sich entlang einiger grundsätzlicher ethischer Hackerregeln: teilen, gemeinsam nutzen, freigeben, dezentralisieren, informieren. Time`s Up beispielsweise teilt seine Werkstätten, stellt diese neben fachlichen Fähigkeiten kurzfristig in den Dienst der Allgemeinheit und lädt alle InteressentInnen zur Teilnahme an Workshops bzw. zum Besuch unterschiedlicher Veranstaltungen ein. Mit der Wahl verschiedener Locations als auch der Beiziehung von internationalen Expertinnen wollen wir einem direkten Wissenstransfer anstacheln. So, declare and share!
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